Die letzte IMK im Dezember 2025 hat durch ihren Populismus und ihre willkürlichen Repressionsideen für deutsche Stadien für Aufruhr gesorgt – ihr erinnert euch. Die nächste IMK ist bereits für Juni angesetzt. Eine gute Gelegenheit also, auf den aktuellen stan zu blicken, denn: Die aktuelle Entwicklung in deutschen Stadien ist alarmierend. Immer öfter werden Stadionbesucher zu Opfern unverhältnismäßiger Polizeigewalt.

Seit Beginn des Jahres 2026 zeigte sich dies eindrücklich bei den Spielen Borussia Dortmund gegen FC Bayern München und Hertha BSC gegen FC Schalke 04 mit mehreren Hundert zum Teil schwer verletzten Fans, es zeigt sich aber auch durch diverse Fanszenen, die mit fadenscheinigen Begründungen auf der Anreise zurückgeschickt wurden. Aktuell vergeht kaum ein Wochenende ohne einen solchen Skandal.

Böse Zungen behaupten, dass diese jüngste Gewalteskalation seitens der Polizei kein Zufall sein kann. So kann sie gesehen werden als systematischer Teil einer arglistigen Strategie der Hardliner aus Innen- und Polizeibehörden mit Blick auf die kommende IMK sowie im Zuge der derzeit stattfindenden Verhandlungen zur Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien.

Das Kalkül dahinter scheint so perfide, wie auch offensichtlich: Möglichst schockierende Bilder sollen das politik- und polizeieigene Narrativ, die Stadien seien nicht sicher, Woche für Woche unterfüttern. In dem Wissen, dass die seit Jahren rückläufigen polizeieigenen Zahlen keinerlei Verschärfung rechtfertigen (woran die IMK im letzten Jahr immer wieder erinnert werden musste), werden dabei die eigenen Statistiken der ZIS künstlich in die Höhe getrieben. Das Ziel der Protagonisten in den Innenbehörden scheint klar: Die Verbände DFB und DFL in den Verhandlungen unter maximalen Druck zu setzen.

Dass dabei eine Vielzahl von Menschen mutwillig und zum Teil schwer verletzt wird – fernab jeder Verhältnismäßigkeit und Rechtsstaatlichkeit – wird seitens der Polizei und Politik dabei billigend in Kauf genommen.

Doch auch abseits dieser beobachtbaren polizeilichen Eskalation muss davon ausgegangen werden, dass die Politik den Verbänden druckvoll im Nacken sitzt – was darin sichtbar wird, dass DFL und DFB trotz Transparenzversprechen schon wieder in Hinterzimmergesprächen an Verschärfungen der Stadionverbotsrichtlinie schrauben und dabei jegliche Faninteressen und Expertenmeinungen unberücksichtigt lassen.

Im Halbzeitfazit müssen wir daher leider feststellen, dass Polizei, Politik und Verbände nichts verstanden haben und denken, sie können die gleiche Suppe nochmal kochen – nur schärfer gewürzt. Scheinbar müssen wir also wieder laut werden, um für Gerechtigkeit einzutreten.

Daher fordern wir:

Stadionverbote abschaffen statt eine Ausweitung der Polizei-Befugnisse

Unter dem Deckmantel einer einheitlichen Vergabe von Stadionverboten, soll eine zentrale Fachaufsicht eingeführt werden, welcher die lokalen Strukturen gegenüber weisungsgebunden sind. Diese Fachaufsicht soll als Beschwerdestelle für die Polizei fungieren, sollte diese mit den Maßnahmen auf lokaler Ebene unzufrieden sein.

Damit gibt man den Polizeibehörden ein weiteres mächtiges Repressionswerkzeug an die Hand. Jenen Polizeibehörden, die nicht davor zurückschrecken, hunderte unschuldige Fans schwer zu verletzen, nur um die eigene Agenda durchzudrücken. Wir sagen: Stadionverbote gehören abgeschafft und nicht in die Hände einer solchen Polizei gelegt!

Unabhängige Ermittlungsbehörden nach dänischem Vorbild!

Vereine und Verbände müssen den Aufbau unabhängiger Ermittlungsstellen für die Aufklärung von übermäßiger Polizeigewalt öffentlich unterstützen – zum Schutz hunderttausender Fans, die Woche für Woche deutsche Fußballstadien besuchen.

Verbände – lasst euch nicht treiben und setzt euch für mehr Transparenz und Faninteressen ein!

DFB und DFL dürfen ihre Entscheidungen nicht länger im Geheimen treffen. Wir fordern endlich eine offene und transparente Diskussion unter Wahrung der bestehenden Faninteressen. Ein Stopp der derzeitigen Geheimverhandlungen und eine Neuaufnahme eines Dialogs, welcher seinen Namen auch wirklich verdient, führt nicht nur zu mehr Akzeptanz, sondern bietet den Funktionären von DFB und DFL auch eine Chance, sich diesem massiven Druck seitens der Innenministerien zu widersetzen. Wir erwarten, dass DFB und DFL von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Fanszenen Deutschlands – März 2026