welche die Regeln vorgeben! So weit, so logisch. Aber längst nicht mehr gut…
Der jüngste Skandal um die lang ersehnte Aufstiegsreform beweist beispielhaft, dass die
Fußballverbände längst vergessen haben, welche Interessen sie vertreten. Es geht ganz
offensichtlich nicht mehr um den Willen der Vereine, ihrer Sportler und Mitglieder, sondern
um Besitz- und Machtansprüche.
Vor knapp einem Monat stimmten Klubs von der 3. Liga bis zur Oberliga über eine überfällige
Reform der Regionalligen ab. Auf dem Tisch lag das Ergebnis einer vom DFB eingesetzten
Arbeitsgruppe: zwei mögliche Modelle.
Wenige Tage vor der Abstimmung offenbarte eine undichte Stelle, dass die fünf
Regionalverbände (u.a. der NOFV) heimlich, still und beschämend zentrale Elemente an den
Modellen und am Abstimmungsverfahren änderten – ohne transparente Kommunikation zu
keinem Zeitpunkt. Kurzform: 18 statt 20 Teams in den neu geschaffenen Ligen und eine
Abkehr von der bundesweiten Mehrheitsfindung hin zum Vetorecht für einzelne Regionen.
Die Vereine und Fankurven liefen kurzfristig Sturm, jedoch gelang der bodenlose Schachzug
der Regionalfürsten: die argumentative und auf einem fair ausgehandelten Kompassmodell
fokussierte Geschlossenheit der Vereine wurde durch aufkommende Ängste geschwächt.
Viel zu lange litten die Regionalligisten unter dem Opportunismus der Verbandsfunktionäre,
ließen sich gegeneinander ausspielen und letztlich betrügen. Der Reformwille ist geheuchelt,
der letzte Funke Vertrauen meilenweit ins Abseits gestellt. Der deutsche Fußball braucht
strukturelle und personelle Veränderungen. Die Chancen stehen gut, denn der
Zusammenhalt der Vereine und Fans wird immer stärker und der Druck auf die
Verantwortlichen wächst.
Liebe Fans, wir haben spätestens jetzt einen Punkt erreicht, an welchem Köpfe rollen
müssen. Die Regionalverbände haben ihre Maske abgelegt und der korrupte DFB scheint den
Gebären seiner Vizepräsidenten nichts Ehrliches entgegen zu setzen. Der Start der neuen
Saison wird ungemütlich. Es geht um mehr als einen sportlich erfolgreichen Start in die
Spielzeit – es geht um Fairness, Authentizität und konsequente personelle und ideelle
Veränderungen im Fußball. Der Protest der Vereine und ihrer Anhänger wird in die Stadien
getragen und die Solidarität zunächst nur mittelbar betroffener Clubs ist dabei spürbar.
Wir bitten in diesem Zusammenhang um euer Verständnis und eure Solidarität für die
anstehenden Protestaktionen und freuen uns über jede Unterstützung. Wir versprechen
Angemessenheit, aber definitiv spürbare Aktionen und freuen uns in den kommenden
Wochen über Unterstützung aus allen Stadionbereichen.
FÜR EINEN BESSEREN FUSSBALL!
Fanszenen Deutschlands – Juli 2026
Seit Beginn des Jahres 2026 zeigte sich dies eindrücklich bei den Spielen Borussia Dortmund gegen FC Bayern München und Hertha BSC gegen FC Schalke 04 mit mehreren Hundert zum Teil schwer verletzten Fans, es zeigt sich aber auch durch diverse Fanszenen, die mit fadenscheinigen Begründungen auf der Anreise zurückgeschickt wurden. Aktuell vergeht kaum ein Wochenende ohne einen solchen Skandal.
Böse Zungen behaupten, dass diese jüngste Gewalteskalation seitens der Polizei kein Zufall sein kann. So kann sie gesehen werden als systematischer Teil einer arglistigen Strategie der Hardliner aus Innen- und Polizeibehörden mit Blick auf die kommende IMK sowie im Zuge der derzeit stattfindenden Verhandlungen zur Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien.
Das Kalkül dahinter scheint so perfide, wie auch offensichtlich: Möglichst schockierende Bilder sollen das politik- und polizeieigene Narrativ, die Stadien seien nicht sicher, Woche für Woche unterfüttern. In dem Wissen, dass die seit Jahren rückläufigen polizeieigenen Zahlen keinerlei Verschärfung rechtfertigen (woran die IMK im letzten Jahr immer wieder erinnert werden musste), werden dabei die eigenen Statistiken der ZIS künstlich in die Höhe getrieben. Das Ziel der Protagonisten in den Innenbehörden scheint klar: Die Verbände DFB und DFL in den Verhandlungen unter maximalen Druck zu setzen.
Dass dabei eine Vielzahl von Menschen mutwillig und zum Teil schwer verletzt wird – fernab jeder Verhältnismäßigkeit und Rechtsstaatlichkeit – wird seitens der Polizei und Politik dabei billigend in Kauf genommen.
Doch auch abseits dieser beobachtbaren polizeilichen Eskalation muss davon ausgegangen werden, dass die Politik den Verbänden druckvoll im Nacken sitzt – was darin sichtbar wird, dass DFL und DFB trotz Transparenzversprechen schon wieder in Hinterzimmergesprächen an Verschärfungen der Stadionverbotsrichtlinie schrauben und dabei jegliche Faninteressen und Expertenmeinungen unberücksichtigt lassen.
Im Halbzeitfazit müssen wir daher leider feststellen, dass Polizei, Politik und Verbände nichts verstanden haben und denken, sie können die gleiche Suppe nochmal kochen – nur schärfer gewürzt. Scheinbar müssen wir also wieder laut werden, um für Gerechtigkeit einzutreten.
Daher fordern wir:
Stadionverbote abschaffen statt eine Ausweitung der Polizei-Befugnisse
Unter dem Deckmantel einer einheitlichen Vergabe von Stadionverboten, soll eine zentrale Fachaufsicht eingeführt werden, welcher die lokalen Strukturen gegenüber weisungsgebunden sind. Diese Fachaufsicht soll als Beschwerdestelle für die Polizei fungieren, sollte diese mit den Maßnahmen auf lokaler Ebene unzufrieden sein.
Damit gibt man den Polizeibehörden ein weiteres mächtiges Repressionswerkzeug an die Hand. Jenen Polizeibehörden, die nicht davor zurückschrecken, hunderte unschuldige Fans schwer zu verletzen, nur um die eigene Agenda durchzudrücken. Wir sagen: Stadionverbote gehören abgeschafft und nicht in die Hände einer solchen Polizei gelegt!
Unabhängige Ermittlungsbehörden nach dänischem Vorbild!
Vereine und Verbände müssen den Aufbau unabhängiger Ermittlungsstellen für die Aufklärung von übermäßiger Polizeigewalt öffentlich unterstützen – zum Schutz hunderttausender Fans, die Woche für Woche deutsche Fußballstadien besuchen.
Verbände – lasst euch nicht treiben und setzt euch für mehr Transparenz und Faninteressen ein!
DFB und DFL dürfen ihre Entscheidungen nicht länger im Geheimen treffen. Wir fordern endlich eine offene und transparente Diskussion unter Wahrung der bestehenden Faninteressen. Ein Stopp der derzeitigen Geheimverhandlungen und eine Neuaufnahme eines Dialogs, welcher seinen Namen auch wirklich verdient, führt nicht nur zu mehr Akzeptanz, sondern bietet den Funktionären von DFB und DFL auch eine Chance, sich diesem massiven Druck seitens der Innenministerien zu widersetzen. Wir erwarten, dass DFB und DFL von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.
Fanszenen Deutschlands – März 2026









